Zwei Punkte nach verrückter Partie / Ilias Mrose beim TV Muri 1. Liga

  1. Liga, Gruppe 2: Handball TV Muri – KTV Muotathal 31:29 (14:10)

Einmal mehr hielt das Duell zwischen dem Handball TV Muri und dem KTV Muotathal, was es versprach: Ein spektakuläres, kontaktbetontes und bis zur letzten Sekunde spannendes Spiel endet schliesslich mit zwei Punkten für den Gastgeber.

Allein die letzte Spielminute war für die Zuschauerinnen und Zuschauer am vergangenen Samstag ein Besuch in der Bachmattenhalle wert. Mit einem Siebenmeter bekam Muotathals Jan Gwerder die Möglichkeit, das Spiel auszugleichen, nachdem Muri zuvor lange in Front lag und zeitweise scheinbar unbeirrt auf den ersten Sieg des Jahres zusteuerte. Gwerder trat bis dahin bereits zu fünf Siebenmetern an und brachte alle souverän im Murianer Kasten unter. Auch sein sechster Versuch fand den Weg ins Murianer Tor. Der vermeintliche Ausgleich wurde vom Schiedsrichterpaar jedoch aberkannt, weil Gwerder beim Wurf über die Siebenmeterlinie getreten ist. Ein höchst seltener Entscheid, der Muri die Chance gab, das Spiel mit einem Tor zu entscheiden. Nach wenigen Sekunden im Angriff unterlief den Murianern jedoch ein technischer Fehler, wodurch die Gäste noch eine letzte Chance bekamen, doch noch einen Punkt aus dem Klosterdorf mitzunehmen. Gästetrainer Jörg Hediger nahm 16 Sekunden vor der Schlusssirene sein Timeout, um den letzten Angriff mit seinem Team zu besprechen. Dieser Angriff resultierte in einem Abschluss von Pascal Gwerder, den Muris Schlussmann Ivo Rütimann jedoch parieren und seinem Team damit den Sieg sichern konnte. Im anschliessenden Kampf um den Abpraller traf Fabio Gwerder Muris Levi Wey unglücklich am Kopf. Es war kein absichtliches aber dennoch ein klares Foul, welches eine direkte rote Karte für Gwerder und einen Siebenmeter für Muri zur Folge hatte. Neuzugang Ilias Mrose nahm sich dieser Aufgabe an und krönte mit dem abschliessenden Tor seine starke Leistung und besiegelte damit zugleich den vielumjubelten Sieg der Gastgeber.

Muri mit Vorteilen und zufriedenem Trainer

Mit der Schlussminute erreichte die Partie in der Bachmattenhalle ihren Höhepunkt. Die Begegnung hatte es jedoch von Beginn an in sich. In den köperbetonten ersten Minuten hatten beide Teams ihre liebe Mühe, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen, sodass es nach mehr als sieben Spielminuten noch immer 1:1 stand. Einen personellen Verlust mussten die Gäste dann in der 13. Minute hinnehmen, als sich Fabian Gwerder bei einer Abwehraktion eine Platzwunde zuzog und den Rest des Spiels dadurch verpasste. Nach der etwas hektischen Startphase kam der Handball TV Muri immer besser ins Spiel und konnte sich Tor um Tor absetzen. Kurz vor der Pause schienen die Murianer die Partie zu kontrollieren und mit einer komfortablen Führung in die Pause zu gehen. Noch vor dem Seitenwechsel hatte das Spiel aber einen weiteren Aufreger zu bieten. Bei einem Gegenstoss des KTV Muotathal brachte Muris Noel Angehrn seinen Gegenspieler zu Fall und wurde mit einer direkten roten Karte des Feldes verwiesen. Ein Dämpfer für die Gastgeber, die in der zweiten Halbzeit damit auf ihren Topscorer verzichten mussten.

In die Bresche sprangen nach der Pause zwei junge Murianer. Spielmacher Simon Hafner spielte seine Gegner mit seinem Tempo gleich reihenweise schwindlig und holte zahlreiche Zwei-Minuten-Strafen und Siebenmeter für sein Team heraus. Neben ihm erzielte der 16-jährige Ilias Mrose alle seiner sieben Treffer in der zweiten Halbzeit, ohne auch nur einen Fehlwurf verzeichnen zu müssen. Angeführt von den zwei Jungspunden nahmen die Klosterdörfler Kurs auf einen souveränen Heimsieg. Doch die hartnäckigen Schwyzer konnten den Rückstand stets bei rund 4 bis 5 Toren halten und lauerten auf ihre Chance, den Rückstand noch wettzumachen.  «Muotathal hat viele erfahrene Spieler. Auch bei einem Rückstand spielen sie ihren Stiefel runter. Körperlich und gewichtsmässig waren sie nach der roten Karte überlegen und sind so nochmal rangekommen.», lobte Muri Trainer Björn Navarin die kämpferischen Gegner nach dem Spiel. Nach ihrer Aufholjagd bekamen die Gäste schliesslich 50 Sekunden vor Spielende den bereits thematisierten Siebenmeter zugesprochen, der die spektakuläre Schlussminute mit besserem Ende für den Handball TV Muri einleitete. Mit seinem eigenen Team zeigte sich Björn Navarin nach dem Spiel äusserst zufrieden und ordnete die Leistung entsprechend ein: «Wenn man die zweite Halbzeit sieht, muss es uns Selbstvertrauen geben, so ein Spiel zu gewinnen. Altersmässig hatten wir dort teilweise eine U19-Mannschaft mit etwas Verstärkung auf dem Platz. Dass die Jungs das gegen so eine erfahrene Truppe wie Muotathal so spielen, finde ich cool und da bin ich wirklich stolz darauf.» Für Navarin war klar: «Aus meiner Sicht haben wir mit dem, was wir heute gezeigt haben, die zwei Punkte verdient gewonnen. Von daher bin ich sehr zufrieden damit, was die Jungs da heute gezeigt haben.» Weiter geht es für sein Team bereits am kommenden Wochenende. Bei der Tabellenletzten SG Handball Seetal gehen die Murianer als klare Favoriten in die Partie und wollen an den Erfolg gegen Muotathal mit zwei weiteren Punkten anknüpfen.

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